Einlagensicherung deutscher Kreditinstitute

von Christoph Schmitt

Eine Bankenpleite in Deutschland ist unwahrscheinlich oder gar abwegig. Das zumindest glaubt die Mehrheit der deutschen Anleger. Doch nur wenige sind sich darüber bewusst, dass in den letzten Jahrzehnten über 100 private Banken in Deutschland Insolvenz anmelden mussten. In jüngster Zeit erregte so z.B. die traditionsreiche Frankfurter Gontard & MetallBank AG für Aufsehen, als diese am 06. Mai 2002 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geschlossen wurde. Im Falle eines Falles fragt sich der Anleger also zu Recht, was mit seinen Einlagen geschieht.

Zuerst die gute Nachricht: In der EU gibt es eine einheitliche Regelung über den Einlagenschutz. Konkret heißt das: Jeder Anleger erhält bei einer Bankenpleite für seine Einlagen 90 Prozent selbiger zurück; maximal jedoch 20.000 EUR. Als Einlage zählen hierbei im Wesentlichen Sicht-, Termin- und Spareinlagen und auf den Namen lautende Sparbriefe. Diese Regelung stellt aber für jeden Anleger zugleich auch eine schlechte Nachricht dar: Bei einem fiktiven Anlagebetrag in Höhe von 18.000 EUR erhält der Anleger über die 90 Prozent Regelung nämlich nur 16.200 EUR wieder – ein zweifellos unbefriedigendes Ergebnis. Für Anleger, die mehr als 20.000 EUR angelegt haben, ist das Ergebnis noch unbefriedigender: Bei einer fiktiven Einlage von 50.000 EUR würde der Anleger maximal 20.000 EUR wieder bekommen.

Glücklicherweise existiert in Deutschland neben der ohnehin beschriebenen verbindlichen EU Regelung ein zusätzliches Einlagensicherungssystem.

Dieses zusätzliche Einlagensicherungssystem erlaubt es, dass Einlagen bis zu 100 Prozent abgesichert sind. Der „Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken“ sichert die Guthaben jedes einzelnen Kunden bei den angeschlossenen privaten Banken bis zur Höhe von 30% des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses voll ab. Im obigen Fall der Gontard & MetallBank AG war somit je Kunde die stolze Summe von 12,09 Mio. Euro geschützt. Das solch hohe Summen pro Kunde abgesichert sind ist nicht ungewöhnlich. Selbst Kunden kleinerer Privatbanken können i.d.R. mit einer Absicherung in Millionenhöhe rechnen. Doch nicht jede Bank gehört dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an. So schauten z.B. die Kunden der BFI Bank AG in die Röhre, als dieses Institut im Jahre 2003 Insolvenz anmeldete. Die BFI Bank AG war nicht dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen. Als Einlagenschutzmechanismus griff somit lediglich die unbefriedigende EU Regelung. (CS)

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