Diverse Banken erhöhen Zinssatz für Tagesgeld

Tagesgeldzinsen steigen
Artikel vom 17. Juli 2010

Nach einer sehr langen Durststrecke können Tagesgeldanleger aufatmen: Verschiedene Banken haben jüngst die Zinsen für Tagesgeld erhöht. Manche Bank lockt sogar mit einem Gutschriftsbetrag, wenn man denn ein Tagesgeldkonto bei ihr eröffnet. Doch der Zins alleine sollte nicht nur die Entscheidungsgrundlage sein. 

(cs) Die Zinslage im Euro Raum hat sich grundsätzlich nicht verändert: Der europäische Leitzins liegt weiterhin unverändert auf einem historischen Tief. Und dennoch mehren sich seit kurzem Angebote von Banken, die Zinsen für Tagesgeld in einem sehr attraktiven Bereich bieten. So begrüßt die Volkswagen Bank Neukunden mit 2,00 Prozent Zinsen
p.a. . Die Bank of Scotland erhöhte jüngst auf 2,10 Prozent Zinsen p.a. und lockt Kunden darüber hinaus mit einer Gutschrift von 30 EUR. Doch damit nicht genug: Die GE Capital Bank AG ist mit dem Tagesgeldprodukt  "GE Capital Direkt" in den mittlerweile wieder heiß umkämpften Markt von Neukunden eingetreten: 2,25 Prozent Zinsen p.a. markieren die Spitze unseres Zinsvergleichs.


Nicht nur nach dem Zins richten

Bei all diesen attraktiven Angeboten dürfen Anleger sich niemals nur nach dem Zinssatz richten. Vielmehr gilt es, Risiko zu minimieren, indem man Diversifikation betreibt: Es ist durchaus empfehlenswert, mehrere Tagesgeldkonten bei verschiedenen Kreditinstituten zu unterhalten. Erstens sind die in unserem Zinsvergleich gelisteten Tagesgeldangebote kostenfrei und zweitens hat man immer noch im Falle einer Bankenpleite Zugang zu einem Teil seines Ersparten. Zwar sind alle in unserem Zinsvergleich dargestellten Banken einer Einlagensicherung angeschlossen, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Abwicklung von Bankenpleiten und den damit zusammenhängenden Entschädigungsleistungen durchaus langsamer als gedacht ablaufen kann (vgl.: "Der Fall Kaupthing Edge" ). Darüber hinaus sollten Anleger über die Banken, die hohe Zinsen anbieten, recherchieren: Welche Hintergründe hat die Bank, einen so hohen Zinssatz zu bieten? Warum bieten andere Banken viel weniger? Wie eine solche Recherche aussehen kann, haben wir in unserem jüngsten Artikel über das Top Angebot der GE Capital Bank AG gezeigt: "2,25 Prozent für Tagesgeld" titelten wir am 12. Juli 2010 und haben die gesellschaftsrechtlichen Strukturen der Bank durchleuchtet und das Kerngeschäft der Bank (Factoring) als Hauptgrund für die hohen Tagesgeldzinsen identifiziert. Ein weiteres Beispiel für eine solche Recherche soll der Fall Kaupthing Edge sein: Unter "Isländische Banken in Not" haben wir eindringlich vor einer Geldanlage der in Deutschland medienwirksam aufgetretenen Bank Kaupthing Edge gewarnt - diese ist dann später pleite gegangen. Eine solche Recherche kann jeder Bürger selbst anstellen, in dem er regelmäßig Zeitung liest und sich über das Internet Informationen beschafft.


Auf die Einlagensicherung achten

Für alle in unserem Zinsvergleich gelisteten Angebote gilt: Die Banken sind einer gesetzlichen Einlagensicherung angeschlossen. Meistens sind Banken darüber hinaus einer freiwilligen Einlagensicherung angeschlossen. Allerdings: Einlagensicherung ist nicht gleich Einlagensicherung. Problematisch kann ein Entschädigungsfall werden, wenn die Bank im Ausland sitzt. Das bereits erwähnte Beispiel "Der Fall Kaupthing Edge" zeigt eindrucksvoll, wie deutsche Kunden über ein Jahr hingehalten worden sind, bis sie eine Entschädigung erhalten haben. Solch ein Fall kann immer dann eintreten, wenn das Land, in welchem die Bank seinen Sitz hat, in eine finanzielle Schieflage gerät und praktisch pleite ist. Nun ist Island zwar ein Mini-Land und konnte die Pleite der Kaupthing Bank ohne fremde Hilfe nicht bewältigen - aber die Finanzkrise hat uns gezeigt, dass auch größere Länder durchaus in Schieflage geraten sind. Und dazu muss man seinen Blick noch nicht mal in den Süden Europas werfen. Die Bank of Scotland wirbt beispielsweise mit einem äußerst attraktivem Angebot: 2,10 % Zinsen p.a. und eine Gutschrift von EUR 30. Da die Kontoführung kostenlos ist, kann man bei einer Kontoeröffnung eigentlich nur gewinnen. Was viele nicht wissen: Die Bank of Scotland unterliegt keiner deutschen Einlagensicherung sondern der britischen Einlagensicherung. Nun ist England nicht gleich Island aber ein Blick auf die Staatsverschuldung von England wirft zumindest die Frage auf, wie das Land bei einer neuen Finanzkrise und Bankenpleiten umgehen kann. Bedenken haben wir im Artikel "England vor dem Abgrund" geäußert.


Fazit: Hohe Zinsen, ja bitte! 

Niemand muss auf hohe Zinsen verzichten. Zinsen über 2 Prozent bei Tagesgeld sind eine feine Sache, wenn man bedenkt, dass die örtlichen Banken gerade einmal 0,x Prozent bieten. Es gilt, auf die Einlagensicherung zu achten und den gesetzlichen Schutz von zurzeit EUR 50.000,00 bei einer Anlage nicht zu überschreiten. Von einer Anlage außerhalb des Euro Raums raten wir grundsätzlich ab. Wir empfehlen, mehrere Tagesgeldkonten bei verschiedenen Banken zu unterhalten.


Weitere Informationen:

30 EUR Gutschrift und 2,10 % Zinsen p.a.: Tagesgeldkonto der Bank of Scotland
2,25 % Zinsen p.a. auf Tagesgeld: Das Tagesgeldkonto der GE Capital Direkt
2,00 % Zinsen p.a. auf Tagesgeld: Das Tagesgeldkonto der Volkswagen Bank
Aktueller Zinsvergleich: Zinsvergleich von tagesgeldkonto.de

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