Studentendepots - kostengünstige Anlageoption oder Bauernfängerei?

Studentendepots - lohnen sie?
Artikel vom 27. Dezember 2012

Banken benötigen Kunden, das ist eine unumstößliche Tatsache. Banken benötigen aber nicht nur Kunden, sondern Kunden mit finanziellem Potential. Diese Zielgruppe rekrutiert sich mit großer Wahrscheinlichkeit aus Akademikern. So ist es nicht verwunderlich, dass Studenten nicht nur mit kostenlosen Girokonten umworben werden, wie Schüler und Azubis auch, sondern auch mit Wertpapierdepots zu Sonderkonditionen. Im ersten Moment klingt dieses Angebot durchaus verlockend.

Depotgebühren beeinträchtigen die Netto-Rendite nachhaltig

Die Netto-Rendite eines Investments ermittelt sich nicht nur aus realisierten Kursgewinnen und eventuellen Dividendenzahlungen, sondern berücksichtigt auch die damit verbundenen Kosten. Neben den Ordergebühren für Ankauf und Verkauf zählen die Verwaltungsgebühren für das Depot ebenfalls dazu. Vor diesem Hintergrund ist es für Studenten durchaus vorteilhaft, wenn sie nicht nur geringere Transaktionskosten zahlen, sondern ihnen darüber hinaus auch ein Teil der Verwaltungsgebühren für das Depot erlassen werden. Es stellt sich allerdings die Frage, weshalb man als Student reduzierte Kosten tragen soll, wenn man an anderer Stelle mindestens ebenso gute Leistungen teilweise ohne Kosten erhält. Ein Depotvergleich, beispielsweise depotvergleich.com gibt genauere Auskunft.

Depotverwaltungsgebühren werden zunehmend unpopulärer

Während die meisten Filialbanken und Sparkassen immer noch daran festhalten, ihren Kunden Kosten für die Depotverwaltung in Rechnung zu stellen, und sich damit rühmen, für Studenten Sonderkonditionen bereit zu halten, sind andere Anbieter, vornehmlich Direktbanken und Online-Broker, von diesem Procedere längst abgekommen. Sie stellen generell keine Depotgebühren mehr in Rechnung, gleich ob für Studenten, Rentner oder andere Zielgruppen. Die Frage, ob „Studentendepots“ also eine kostengünstige Option sind, ist damit beantwortet. Nein, das sind sie nicht, es gibt bessere Alternativen. Diese schließen nicht nur die Depotverwaltung, sondern auch die Transaktionskosten mit ein. Während viele Institute noch an der prozentual vom Ordervolumen abhängigen Provision festhalten, geht der Trend in Richtung Flat-Rate. Ein fester Preis, gleich ob 2.000 Euro oder 20.000 Euro gehandelt werden, ist allemal günstiger, wie der Vergleich deutlich macht. Nicht zuletzt spielt auch die Beratungsqualität eine Rolle. Die Erfahrung zeigt, dass die Filialinstitute sich darauf beschränken, hauseigene Fonds mit dem Fokus auf kurzfristige Erträge zu verkaufen. Demgegenüber stellen die Mitbewerber im Internet ihren Kunden ausführliche Marktberichte, Analysen und permanent aktualisierte Informationen zur Verfügung. Telefonische Beratung ist Standard, eine Auswahl aus mehreren tausend Fonds, die entweder ganz ohne Agio oder mit hohen Rabatten auf den Ausgabeaufschlag ausgegeben werden, ist selbstverständlich. Das Studentendepot ist ein netter Versuch, Kunden zu binden. Die Generation Internet weiß aber um die Vorteile des Vergleichs und die Selektion der besten Anbieter. (Uwe Rabolt)

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