Bankenkrise? Immobilienkrise? Kreditkrise? Mit Tagesgeld sind Sie immun!

Sicherheit von Tagesgeld
Artikel vom 27. September 2008

Das amerikanische Bankensystem wackelt. Kaum ist die eine Pleite überwunden, kriselt es schon beim nächsten Institut. Deutsche Anleger fragen sich daher zu Recht: Wie sicher ist mein Geld eigentlich? Kann ich mein Geld auf meinem Girokonto, Tagesgeldkonto etc. belassen, und dabei ruhig schlafen?

Fakt ist: Die Krise in Amerika hat auch Auswirkungen auf deutsche Banken. Insofern ist die Frage nach der Sicherheit in jeder Hinsicht berechtigt. 

Bei der Beurteilung der Frage, wie sicher Ihr Geld angelegt ist, muss von drei Grundsystemen ausgegangen werden:
1. Ihr Geld ist bei einer privaten Bank angelegt (z.B. comdirect, Deutsche Bank,  Commerzbank, citibank, etc.) 
2. Ihr Geld ist bei einer Sparkasse angelegt (z.B. 1822direkt, Frankfurter Sparkasse etc.)
3. Ihr Geld ist bei einer Genossenschaftsbank angelegt (z.B. Volksbank)


1. Ihr Geld ist bei einer privaten Bank angelegt

In der Europäischen Union gibt es gesetzlich vorgeschriebene Sicherungsmechanismen. Banken, die über eine Zulassung innerhalb der EU verfügen, bieten deswegen bis zu einem Einlagevolumen von EUR 20.000,00 je Kunde eine Mindestsicherung. Geht also eine Bank pleite, ist Ihr Geld bis zu diesem Betrag gesetzlich garantiert abgesichert. 
Wenn Sie höhere Beträge angelegt haben, so sollten Sie prüfen, ob Ihr Institut dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds vom Bundesverband deutscher Banken (BdB) angehört. Alle großen Institute (Deutsche Bank, Commerzbank etc.) sind dieser freiwilligen Einlagensicherunga angeschlossen. In der Praxis bedeutet das für den Anleger: Geht ein solches Institut pleite, sind praktisch sämtliche Sichteinlagen (z.B. Tagesgeld, Guthaben auf Girokonten etc.) abgesichert. Die genaue Sicherungsgrenze Ihres Instituts erfahren Sie vom Institut selbst oder fragen Sie beim BdB nach (auf dessen Homepage gibt es ein Auskunftssystem).

2. Ihr Geld ist bei einer Sparkasse angelegt

Die Sparkassen bieten den höchsten Schutz Ihrer Einlagen. Konkret wird Ihr Guthaben durch 4 Stufen abgesichert:

1. Stufe:

In der ersten Stufe bilden die Sparkassen 12 regionale Sparkassen-Stützungsfonds (Cash-Fonds), die zunächst aufgerufen sind, die Sparkassen innerhalb ihres regionalen Einzugsgebietes zu stützen.

2. Stufe

In der zweiten Stufe greifen die Sicherungsreserven der Landesbanken. Diese Sicherungsreserve greift durch Zuschüsse und Darlehen bei Illiquidität oder Überschuldung sowohl Landesbanken als auch Sparkassen unter die Arme.

3. Stufe

Sobald Stufe 1 und 2 erschöpft sind, tritt ein überregionaler Ausgleih aller Sparkassen Stützungsfonds ein.

4. Stufe

Schlussendlich sind auch sämtliche Sparkassen und Landesbanken von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH gesichert.

3. Ihr Geld ist bei einer Genossenschaftsbank angelegt

Bei den Genossenschaftsbanken ist Ihr Geld ähnlich gut abgesichert wie bei den Sparkassen. Die Sicherungseinrichtung wird vom Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) geführt und besteht aus Garantiefonds und Garantieverbund:

1. Garantiefonds:

Die Garantie-Fonds werden bei den regionalen Prüfungsverbänden geführt. 90% der Einzahlungen in den Garantiefonds werden durch die regionalen Genossenschaftsbanken und 10% durch den Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) selbst und die überregionalen Institute (DG-Bank u.ä.) erbracht.

2. Garantieverbund

Als Alternative zum Garantiefonds steht der Garantieverbund zur Verfügung. Zunächst auf regionaler Basis im Bereich eines Prüfungsverbandes. Ein Garantieverbund übernimmt im Falle von Schwierigkeiten Bürgschaften und Garantien. Vom gesamten Bankenverband der Volks- und Raiffeisenbanken gibt es für die überregionalen Institute einen entsprechenden Garantieverbund. Die Garantiefonds werden zu 80 % regional im Bereich eines Prüfungsverbandes verwaltet, die restlichen 20 % erhält der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). Werden Sicherungsmaßnahmen des Garantiefonds eingeleitet, so können von den betroffenen Mitgliedsbanken Besserungsscheine verlangt werden. Der jeweilige Prüfungsverband entscheidet bis zu einem Betrag von 500.000,- EUR über den Einsatz der Fondsmittel. Sind höhere Stützungen erforderlich, so entscheidet der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) mit Zustimmung des jeweiligen Prüfungsverbandes. Der Garantieverbund umfasst alle am genossenschaftlichen Sicherungssystem beteiligten Institute. Diese übernehmen Garantien in Höhe von 60 % ihrer Sammelwertberichtigungen und tragen zur Deckung der Verpflichtungen bei, die der BVR im Rahmen des Garantieverbundes eingegangen ist.

Und schlussendlich sind auch sämtliche Genossenschaftsbanken von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH gesichert.

Fazit: Ihre Einlagen sind prinzipiell sicher - die Prüfungspflicht obliegt Ihnen!

Die Vorstellung der verschiedenen Einlagensicherungssysteme zeigt, dass Ihre Einlagen prinzipiell gut geschützt sind. Am sichersten ist Ihr Geld bei den Sparkassen, gefolgt von den Genossenschaftsbanken. Bei den privaten Banken gilt: Prüfen Sie, ob Ihr Institut dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angehört!


Mehr Informationen:

Homepage des BdB
Ausführliche Informationen zur Einlagensicherungssystemen

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