Sichere Alternativen zur klassischen Geldanlage

Sicher ist nicht gleich sicher
Artikel vom 27. Juli 2015

Die Zeiten der lukrativen Zinsen sind schon lange vorbei. Der Zinsvergleich von tagesgeldkonto.de führt auf den vorderen Plätzen vor allem Neukundenangebote an, die mit ca. 1,00 % p.a. locken. Bestandskunden müssen sich mit weniger zufrieden geben. Zeit, sich Gedanken über Alternativen zur klassischen Zinsanlage zu machen.

 

Zinsniveau weiterhin niedrig

Es sind traurige Zeiten für Sparer: Seit vielen Monaten schon müssen sie sich damit abfinden, dass ihr Erspartes sprichwörtlich dahin dümpelt. Die Zinsen für klassische Spareinlagen bewegen sich um den Nullpunkt und selbst clevere Anleger reiben sich die Augen, wenn Sie den Zinsvergleich von tagesgeldkonto.de aufrufen. Denn die Inflationsrate können sie nur noch knapp schlagen. Wo es früher darum ging, eine möglichst gute Verzinsung für sein Erspartes zu erhalten, lautet die Devise heute: Den Wert des Ersparten erhalten.


Bankenkrise & Co: Die Zeiten haben sich geändert

Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn eines hat die jüngste Vergangenheit gezeigt: Erspartes erhalten bedeutet eben nicht nur, die Inflationsrate zu schlagen. Es bedeutet vor allem, sich seines Ersparten sicher zu sein in einer Zeit, in der Bankenpleiten, Bankenschließungen und Bargeldbeschränkungen mitten in unserem so sicher geglaubten Euro-Raum stattfinden.
Die EU weite Einlagensicherung, die dem Bürger bis zu 100.000 EUR entschädigt im Falle einer Bankenpleite ist zwar ein beruhigendes Instrument, doch nützt das wenig wenn die Bank schlichtweg geschlossen und die Geldautomaten abgeschaltet bleiben. Die jüngste Situation in Griechenland hat es vor gemacht, doch Griechenland nun als Extrembeispiel ab zu stempeln ist nicht angebracht. Die Staatsverschuldung einiger Euro Länder ist nicht weniger besorgniserregend und durch den ESM ist nicht aus zu schließen, dass wir für die Schulden anderer Länder zur Kasse gebeten werden können.


Was kostet Sicherheit?

Doch muss Geld unbedingt auf dem Bankkonto liegen? Was spricht dafür, was spricht dagegen?
Vor dem Hintergrund der sehr niedrigen Inflationsrate ist es angebracht, ein Rechenbeispiel zu durchdenken. Wir gehen von einer Sparsumme von 10.000 EUR aus und nehmen an, dass die Inflationsrate bei 0,7% liegt. Außerdem gehen wir davon aus, dass der Sparer nicht ständig das Konto wechselt um von einem höheren Neukundenzinssatz zu profitieren sondern unterstellen einen realistischen Bestandszinssatz:


1. Anlage bei einer Bank
Entwertung durch Inflation p.a. (Annahme: 0,7%): -70,00 EUR
Geldanlage mit 0,40%:
40 EUR
Ergebnis: -30 EUR


2. Bargeld wird nicht bei einer Bank verwahrt
Entwertung durch Inflation p.a. (Annahme: 0,7%): -70,00 EUR
Keine Verzinsung: 0,00 EUR
Ergebnis: -70 EUR

 

Im Ergebnis können wir also feststellen, dass eine Aufbewahrung von Geld außerhalb der Bank im Jahr 40,00 EUR bei dem vorgenannten Beispiel mehr „kosten“ würde. Zumindest rechnerisch entsteht durch die Aufbewahrung von Geld außerhalb der Bank kein großer Nachteil.

 

Wo ist Geld sicher?

Die entscheidende Frage ist also nicht unbedingt der rechnerische Aspekt. Vielmehr müssen wir uns – und diese Frage ist nach Ansicht des Autors aktueller denn je – die Frage nach der realen Sicherheit von Geld stellen. Die Aufbewahrung von Geld außerhalb der Bank ist natürlich auch mit Risiken verbunden. So kann man bei Aufbewahrung zu Hause durch Einbruch oder Brand um das Ersparte erleichtert werden. Hier ist derjenige gut beraten, der sich einen Geldschrank zulegt. Diese bieten einen hohen Schutz gegen Einbruch und Brand und bieten  - abhängig von der Schutzklasse - den Vorteil, dass der Inhalt versicherbar ist. Demgegenüber steht auf dem Papier das, was in der EU weit gilt: Ein Einlagensicherungsschutz, der jedem EU Bürger 100.000 EUR im Falle einer Bankenpleite garantiert.

 

Fazit

Doch was bringt ein theoretischer Einlagensicherungsschutz in der EU, wenn Bargeld ggf. nicht verfügbar ist, wie der jüngste Fall Griechenland zeigt? Ist es vor diesem Hintergrund nicht überlegenswert, das Geld außerhalb der Bank auf zu bewahren? Diese Fragen können natürlich nicht mit einem „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Vielmehr muss die persönliche Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des Eintretens von möglichen Szenarien zu einer Entscheidung führen. (cs)

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