Leitzinserhöhung in diesem Jahr rückt in weite Ferne

Niedrige Zinsen und kein Ende
Artikel vom 21. März 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihre Politik des billigen Geldes fort: Wie die EZB jüngst bekannt gab, werde den Banken bis zum 12. Oktober 2010 im Bereich der einwöchigen und einmonatigen Geldleihegeschäften (Tender) unbegrenzte Liquidität zugeteilt. Tagesgeld- und Festgeldanleger können in 2010 nicht mehr mit steigenden Zinsen rechnen.

Die vergangenen Wochen waren für viele Sparer hart: Die meisten der in dem Festgeldvergleich und Tagesgeldvergleich von tagesgeldkonto.de gelisteten Anbieter haben ihre Zinsen gesenkt - manche sogar innerhalb kurzer Zeit mehrmals. Dabei hat die EZB den Leitzins nicht verändert. Warum also diese massiven Zinssenkungen?

Unbegrenzte Liquidität für die Banken

Die Banken können sich mindestens bis zum 12. OKtober 2010 unbegrenzter Liquidität sicher sein - das hat jüngst die EZB offiziell bekannt gegeben. Ersten Einschätzungen von Experten nach ist in 2010 nicht mehr mit einer Leitzinserhöhung zu rechnen. Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, führt aus, dass "die nach wie vor schwachen Fundamantaldaten immer mehr dagegen sprechen, dass die EZB ihren Leitzins 2010 überhaupt noch erhöht".

Für die Banken gibt es damit keinen Grund, sich durch hohe Zinssätze für Sparprodukte wie Tages- oder Festgeld an Liquidität zu bedienen.

Trendwende: Frühestens Herbst 2010

Allerdings gibt es auch kleine Anzeichen dafür, dass die EZB aus der Politik des billigen Geldes aussteigen möchte: Der Sechs-Monats Tender läuft Ende März aus, für die Drei-Monats Tendern werden die unbegrenzten Liquiditätszusagen ab Ende April beendet. Der Tagesgeldsatz Eonia wird bis Ende des Jahres, so die Vermutung einiger Experten, um rund 70 Basispunkte steigen (zur Zeit: 0,3 %). Die überschüssige Liquidität wird also zurückgeführt. Die gedeckten Schuldverschreibungen (Covered Bonds), die die EZB in der Krise gekauft hat, möchte sie nun gegen Gebühr an die Banken verleihen.

Fazit: Niedrige Zinsen bis auf Weiteres 

Ob die geschilderten Maßnahmen ausreichen werden, um bis Ende des Jahres aus der Politik des billigen Geldes auszusteigen, bleibt fragwürdig. Darüber hinaus gilt: Die Finanzkrise hat zu der Politik des billigen Geldes geführt - ausgelöst von Spekulationsblasen, die so gewaltig waren, dass sie systemrelevante Banken gefährdet haben. Effektive Maßnahmen, die einer neuen globalen Spekulationsblase entgegen wirken, gibt es bis heute nicht. Im Gegenteil: Bereits jetzt sind neue Blasen sichtbar (siehe Artikel vom 31. Januar 2010: Europa vor dem Aus? ).  (cs)

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