Bundesanleihen mit höherer Rendite als Festgeld

Die Alternative zum Festgeld
Artikel vom 23. August 2007
Für jene Anleger, die auf der Jagd nach den höchsten Zinsen sind, ist Festgeld zur Zeit eine attraktive Geldanlage. Seit langer Zeit gab es nicht mehr so hohe Zinsen für Festgeld wie zur Zeit. 4,75 % Zinsen p.a. bei kurz bis mittelfristigem Anlagezeitraum sind möglich.

Doch Anleger sollten nicht nur auf den Zinssatz achten:
Viel wichtiger ist die Rendite.

Der Unterschied zwischen Zinssatz und Rendite wird anhand eines einfachen Beispiels schnell deutlich:
Anleger A legt 50.000 EUR bei 4,75 % Zinsen p.a. für 3 Jahre fest bei einer Bank an. Der Zinsertrag pro Jahr beträgt (ohne Zinseszinseffekt): 2375,- EUR.
Die Zinserträge erklärt Anleger A in seiner Steuererklärung entsprechend. Bei einem angenommenen Steuersatz von knapp 50 % muss Anleger A gut 1187,50 EUR an Steuern von seinen Zinserträgen abführen. Somit hat Anleger A zwar 4,75 % Zinsen p.a. kassiert - letztlich bleiben ihm aber gerade mal 1187,50 EUR netto übrig. Das entspricht einer Rendite von
mageren 2,375 % p.a. .

Besser wäre Anleger A beraten gewesen, wenn er sein Erspartes in eine Bundesanleihe investiert hätte. Anleihen des Bundes sind mit die sicherste Geldanlage, die es gibt. Soweit nichts neues, denken sich an dieser Stelle viele Leser. Was viele nicht wissen: Eine Bundesanleihen schlägt Festgeld in Sachen Rendite in den meisten Fällen um Längen!

Zurück zu unserem Beispiel:
Anleger A legt 50.000 EUR in einer Bundesanleihe an. Die Bundesanleihe hat eine Restlaufzeit von 3 Jahren. Die Bundesanleihe wird mit jährlich gerade mal mageren 2,00 % p.a. verzinst. Daraus folgt: Anleger A erhält jährlich 1000,00 EUR Zinsgutschrift. Hiervon versteuert er 50 % - es bleiben netto 500,- EUR übrig. Macht 1 % Verzinsung netto. Das klingt wenig, ist aber letztlich mehr!
Anleger A hat nämlich für die Bundesanleihe keine 50.000 EUR bezahlt, sondern lediglich 45.500,00 EUR. Denn die Bundesanleihe wird an der Börse mit einem niedrigeren Kurs als dem tatsächlichen Rücknahmepreis (=100) gehandelt, da die Verzinsung im Vergleich zum aktuellen Zinsniveau so niedrig ist. Anleger A hat also in unserem Beispiel die Bundesanleihe nicht zum Kurswert von 100, sondern zu 91 bezogen.

50.000 EUR x 91%= 45.500,00 EUR

Am Ende der Laufzeit erhält Anleger A 50.000,00 EUR zurück (=100), obwohl er nur 45.500,00 EUR gezahlt hat. Den Gewinn von 4.500,00 EUR kann er zur Zeit noch steuerfrei kassieren.

Die Rendite beträgt also:
1,00% für die magere Verzinsung pro Jahr
zzgl. 3,00 % (4.500,00 EUR aufgeteilt auf 3 Jahre Laufzeit) aufgrund des niedrigen Bezugswertes.

Insgesamt macht das 4,00 % p.a. Rendite. Netto!


Natürlich handelt es sich bei der vorgestellten Rechnung um ein Beispiel. Wenn der persönliche Steuersatz niedriger ist oder der Sparerfreibetrag nicht ausgeschöpft ist, kann eine solche Rechnung anders aussehen.
Voraussetzung, damit eine Bundesanleihe eine solch hohe Rendite bietet, bleibt immer die Prämisse eines hohen Zinsniveaus und einer am Markt gehandelten niedrigverzinsten Bundesanleihe.
Nicht zu vergessen sind die Bezugskosten der Bundesanleihe: Wer an der Börse für 50.000 EUR eine Bundesanleihe kauft, muss Courtage und Gebühren einplanen. Allerdings gibt es in der heutigen Zeit durchaus Anbieter, die zu Flatrate Preisen den günstigen Erwerb ermöglichen (z.B. Citibank).

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