Das Jahr 2009: Niedrige Zinsen und ein Gewinner

Jahresrückblick: Das war 2009
Artikel vom 31. Dezember 2009

Das Jahr 2009 stand im Zeichen der Zinssenkungen. Ob Tages- oder Festgeld - die Zinsentwicklung bei Sparprodukten kannte nur eine Richtung: Nach unten. Trotzdem gehören Tagesgeldanleger zu den eigentlichen Gewinnern dieser Niedrigzinsphase. Der große Jahresrückblick 2009 von tagesgeldkonto.de beleuchtet Zinsentwicklungen, herausragende Ereignisse und endet mit einer Empfehlung für 2010.

 

Das war 2009:

Zinsen: Talfahrt nach unten

Am Anfang des Jahres 2009 standen die Zeichen gar nicht so schlecht: Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zwar noch im alten Jahr den Leitzins kräftig gesenkt, doch der Finanzierungsbedarf der Banken war krisenbedingt schlichtweg zu groß, um sich nur über die Zentralbank mit Geld zu versorgen. In der Folge haben viele Institute, vor allem aber Direktbanken, überdurchschnittliche Zinsen auf Tagesgeld aber auch Festgeldprodukte geboten: "Autobanken trotzen dem niedrigen Leitzins " titelten wir am 18. Januar 2009 und beleuchteten darin die Hintergründe der hohen Zinsen. Soweit so gut, dachten sich viele Sparer: Die Staatsgarantie steht und die hohen Zinsen der Autobanken nutze ich gerne für mein Geld. Doch erwartungsgemäß konnten die Autobanken das hohe Zinsniveau nicht lange durchhalten: Im April bot beispielsweise die VW Bank nur noch 2,50 % Zinsen p.a. statt zuvor 4,00 % Zinsen p.a. an.  

Finanzierungsprobleme der Banken

Gleichzeitig war zu beobachten, dass nun einige Institute versuchten, sich eine langfristige Finanzierung zu sichern: Die Tagesgeldzinsen wurden gesenkt und die Festgeldzinsen vor allem bei langen Laufzeiten dramatisch erhöht. Scheinbar waren selbst Zinsen nahe den 6,00 Prozent für 10 Jahre Laufzeit für die Banken in Anbetracht der Erwartungshaltung einiger Wirtschaftsexperten, die eine starke Inflation in den nächsten Jahren prognostizierten, eine günstige Finanzierung.
Diese Strategie einiger Banken beleuchteten wir im Artikel "Finanzierungsstratgie der Banken " vom 23. Mai 2009.

Während einige Banken also munter Hochzinsangebote für mehrjähriges Festgeld bei einem historisch niedrigen EZB Zins bewarben, mehrten sich die Stimmen von einigen Wirtschaftsexperten, dass es statt einer inflationären aber auch zu einer deflationären Entwicklung in naher Zukunft kommen könne. So richtig einig über die Zukunft waren sich die Herren Experten also nicht. Und tatsächlich: Es gab sehr vernünftige Argumente für eine deflationäre Entwicklung, aber auch sehr vernünftige Argumente für eine inflationäre Entwicklung. Argumente für beide Seiten kann man in dem Artikel "Inflation oder Deflation " vom 07. Juni 2009 nachlesen.

 

Jahresgedenktag: Deutsche Medien umwarben trotz Warnung von tagesgeldkonto.de pleite gegangene Bank

Ende Juni machte tagesgeldkonto.de dann erneut auf das Schicksaal der vor gut einem Jahr zuvor pleite gegangenen Kaupthing Bank aufmerksam, die in Deutschland medienwirksam unter dem Namen "Kaupthing Edge" aufgetreten ist. tagesgeldkonto.de war das einzige Finanzportal, was kurz nach deutschem Markteintritt der Kaupthing Edge eindringlich vor einer Geldanlage warnte - während andere Finanzportale, TV und Radio kräftig Werbung machten: "Kaupthing Edge: Ende mit Schrecken" vom 28. Juni 2009.

 

Einlagenschutz: In Europa deutlich verbessert

Na immerhin: Europa hat durch die Krise dazu gelernt. Nämlich dass Verbraucher sehr schnell verängstigt sein können. Also wurde die Einlagensicherung deutlich angehoben: Immerhin 50.000,00 Euro sind jetzt im Falle einer Bankenpleite gesetzlich geschützt. Und ab 31.12.2010 dann sogar 100.000,00 Euro. Zuvor hat man in Deutschland gerade mal 20.000,00 Euro von seinem Ersparten zurückerhalten, wenn denn die Bank keine Bank mehr ist: "Besserer Einlagenschutz " vom 05. Juli 2009 erläutert die Details der Gesetzesänderung.

 

Finanzkrise? Welche Krise?

So in etwa lautete die Antwort vor ein bis zwei Jahren, wenn man Menschen auf der Straße nach Ihrer Meinung zur Krise gefragt hat. Mittlerweile sind die Folgen zwar für viele Menschen immer noch nicht spürbar, aber ein Blick auf die Staatsverschuldung der europäischen Staaten bringt Erschreckendes hervor: Die EU-Verschuldung ist erdrückend , titelten wir am 20. September 2009.

Doch die Krise hat auch bei den ach so beliebten und beworbenen Finanzprodukten ihre Spuren hinterlassen. Die immer wieder in den Medien gelobten Geldmarktfonds leiden plötzlich unter Mittelabfluss und auch die so genannten unabhängigen Medien erkennen mittlerweile: So richtig gut waren Geldmarktfonds eigentlich nie. Nicht etwa, das tagesgeldkonto.de seit bald 10 Jahren auf einen der überflüssigsten Erfindungen der Finanzindustrie aufmerksam machen würde - oh nein, da bedarf es erst einer kräftigen Finanzkrise. Naja, wir wollen fair bleiben: Immerhin haben wir in 2007 bereits einen Artikel der FAZ gesichtet, der die Wertverluste des ABS-Fonds der BNP Paribas zum Gegenstand hatte.. . Hut ab! Wer's gerne ausführlich mag: "Geldmarktfonds auf Dauer schlecht " vom 25. September 2009 erläutert im Detail, warum Sie mit einem Tagesgeldkonto immer besser fahren.

 

Der Gewinner von 2009: Tagesgeld....

Das Jahr 2009 geht zu Ende und kennt einen klaren Gewinner: Tagesgeldanleger! Denn was nutzt das Gestöhne über niedrige Zinsen, wenn wir doch seit Monaten eine Inflationsrate nahe den 0,00 % haben? Sollen sich die Anleger doch freuen! 1,75 % Zinsen p.a. ist ein Zinssatz, der weder die Spitze noch das Ende unseres Zinsvergleichs darstellt. Vielmehr ist es ein von uns ausgewählter Wert, von dem wir denken, dass ihn auch Otto-Normal Verbraucher bei seiner Hausbank auf Tagesgeld erhalten kann. Und nun rechnen wir mal: 1,75 % Zinsen p.a. abzüglich 0,00 % Inflation macht welchen Wertzuwachs? Richtig: 1,75 % !  Ein Blick zurück: In Hochzinszeiten hatten wir zwar beeindruckende  Zahlen mit einer 3 oder gar einer 4 vor dem Komma des Tagesgeldzinssatzes. Doch die Inflationsrate war auch entsprechend höher. Per Saldo blieben dann garantiert keine 1,75 % mehr übrig sondern weniger.

 

... und der Gewinner von 2010: (voraussichtlich) Tagesgeld!

 

Ob es eine inflationäre oder deflationäre Entwicklung geben wird, kann niemand sagen. Daher kann die logische Antwort doch nur lauten: Halten Sie Ihr Geld flüssig! Und flüssig bleibt man am besten mit Tagesgeld. Es gibt bereits Anzeichen, dass die EZB in 2010 der jetzigen Zinsniedrigphase ein vorläufiges Ende setzen wird. Wer dann Geld flüssig hat, kann von möglicherweise steigenden Zinsen leicht profitieren. (cs)

 

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