EZB senkt Leitzins auf 2 %

Autobanken trotzen dem niedrigen Leitzins
Artikel vom 18. Januar 2009

Die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) vergangenen Donnerstag wird von der Wirtschaft weitgehend positiv aufgenommen: Der Zinsschritt wurde erwartet und wird als wichtig und notwendig gesehen.

Mit welchen Folgen müssen Sparer rechnen?

Tagesgeldkunden werden sich über den Schritt der EZB weniger freuen: Mit einem Leitzins von nur noch 2 Prozent sind Zinssenkungen bei Tages- und auch Festgeldkonten zu erwarten. Erste Kreditinstitute haben bereits reagiert (teilweise im Vorfeld der Entscheidung):

Ausnahme: Deutsche Autobanken

Bei den Autobanken ging die EZB Leitzinssenkung quasi spurlos vorbei: Die Mercedes-Benz Bank bietet nach wie vor 4,5 % p. a. ab einem Euro für das Tagesgeldkonto an und lockt Festgeldsparer mit sehr hohen 5,4 % p. a. für ein Jahr.

Die BMW Bank ist vom Kundenansturm überrascht: Kunden müssen laut Homepage mit einer Bearbeitungszeit für das Festgeld von „mehreren Wochen“ rechnen. Das Festgeldangebot wurde erstmal ausser Kraft gesetzt - ab Februar, so die Bank, gibt es eine Neuauflage.

BMW Bank - Ende vom Festgeld

Auszug von www.bmwbank.de

In welche Lage befinden sich die Autobanken?

Dass die Autobanken in einer schwierigen Situation stecken, ist ja allgemein bekannt (siehe Bericht vom 15.10.2009: „Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Autobanken“). In Anbetracht des mittlerweile sehr niedrigen Zinsniveaus die Frage durchaus berechtigt, wie Autobanken überhaupt so hohe Zinsen noch bieten können.

Eine oft vermutete Aussage, den Autobanken gehen die Mittel aus, trifft nicht zu: Zwar hat beispielsweise die VW Bank das Rettungspaket der Bundesregierung (Sonderofnds Finanzmarktstabilisierung „Soffin“) in Anspruch genommen - doch dies nur getan, um mit einer besseren Bonität günstig Kredite aufnehmen zu können. Mit den jetzt noch niedrigeren EZB Zinsen ist ein weiterer Schritt getan, damit Autobanken Kundenkredite günstig anbieten können (z.B. zur Finanzierung von Neuwagen).

Somit profitieren Autobanken und die Autoindustrie insgesamt von der EZB Zinssenkung - und mit Ihnen Tagesgeld- und Festgeldsparer. Denn durch hohe Zinsen auf Tagesgeld- und Festgeld gewinnen die Banken viele Kunden und damit neue Kundeneinlagen. Hierdurch kann die Bank ein Vielfaches an Geldern günstig verleihen („Geldschöpfung“).

Fazit: Hohe Zinsen gerne, aber mit Sicherheit

Die Pleite der Kaupthing Edge Bank hat bei vielen Sparern einen Schock hinterlassen. Die isländische Bank bot zuletzt sehr hohe Zinsen bevor sie den Löffel abgab - und mit ihr der isländische Staat: Bis heute sind deutsche Anleger nicht entschädigt. Die Entschädigung ist zwar beschlossene Sache, der Geldfluss hat aber entgegen allen Erwartungen nicht stattgefunden. 

tagesgeldkonto.de warnte bereits im April 2008 vor einer Anlage bei der isländischen Bank. So ist auch jetzt tagesgeldkonto.de in der Pflicht, das Thema Sicherheit an zu sprechen: Denn bei hohen Zinsen sollte der Anleger grundsätzlich misstrauisch sein. Autobanken unterliegen gleich drei Sicherungseinrichtungen:

  1. Die EU-weite gesetzliche Einlagensicherung sichert 20.000 € pro Anleger, maximal jedoch 90 % ab.
  2. Die Autobanken sind dem Entschädigungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) angeschlossen. Hierdurch sind Kundeneinlagen in quasi unbegrenzter Höhe abgesichert.
  3. Die Autobanken fallen unter die Staatsgarantie.

Durch diese Sicherheiten müssen Sparer grundsätzlich keine Angst haben, ihr Erspartes im Falle eines Falles zu verlieren. Wer ganz sicher gehen möchte, der sollte nur 20.000 € Institut anlegen. (cs)

Verwandte Themen:

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Autobanken

Angebote der Autobanken

Mercedes-Benz Bank: Tagesgeldkonto, Festgeldkonto
Volkswagenbank: Tagesgeldkonto

 

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