Historische Krise der Staatshaushalte

EU-Verschuldung erdrückend
Artikel vom 20. September 2009

Die Finanzkrise hat ihre Spuren hinterlassen: Um die Folgen der Finanzkrise zu bekämpfen, haben sich die EU-Staaten historisch beispiellos verschuldet. Die logische Konsequenz scheint unausweichlich: Steuererhöhungen.

 

Brüssel, im September 2009 - Den Experten der Brüsseler Kommission dürften die Konjunkturpakete, Kapitalspritzen, Bankgarantien und sonstigen Sonderausgaben der EU-Staaten heftige Kopfschmerzen bereiten. Denn die Experten schätzen, dass die Schuldenstände bis 2020 beispiellose Höhen erreichen werden. Nach der Schätzung dürfte vor allem Irland mit Schulden im Umfang von etwa 200 Prozent der Wirtschaftsleistung führend sein, dicht gefolgt von Großbritannien mit rund 180 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: In 2007 betrug der Wert bei Irland gerade mal 25 Prozent und bei Großbritannien 44,2 Prozent. 


Kein Geld in England anlegen

Das Großbritannien mit prognostizierten Schulden von 180 Prozent der Wirtschaftsleistung der zweite Wackelkandidat hinter Irland ist, überrascht nicht. tagesgeldkonto.de geht auf Nummer sicher und warnt bereits seit Ende Juli vor einem finanziellen Engagement im Inselstaat ("England vor dem Abgrund ", 30. Juli 2009).


EU-Stabilitätspakt ohne Bedeutung

Wie schlecht es um die EU-Staaten bestellt ist zeigt bereits die jetzige Verschuldungssituation: Deutschland hatte 2007 noch einen Schuldenstand von 65,1 Prozent, für 2009 werden 73,4 Prozent prognostiziert. Nach der Berechnung der Brüsseler Kommission kommt Deutschland in 2020 auf etwas weniger als 100 Prozent. Der EU-Stabilitätspakt schreibt eine Obergrenze von 60 Prozent vor... .


Steuererhöhungen unausweichlich

Es gibt zwei mögliche Szenarien, wie sich die Zukunft der EU-Staaten aufgrund der drohenden Rekordverschuldung gestaltet:

1. Die Steuern werden drastisch erhöht.
2. Es wird ein Staatsbankrott ausgerufen.

Verzeihen Sie mir diese drastische Darstellung, aber ich fürchte anders wird vor dem Hintergrund der jetzigen Wahlkampfmusik die Brisanz der Folgen der Finanzkrise nicht klar benannt. Wenigstens gibt es EU-Staaten, die sich offen mit der Problematik auseinandersetzen und die notwendige Handlung klar benennt: Spaniens Ministerpräsident José Luis Zapatero kündigte in Folge der Berechnungen der Brüsseler Kommission Steuererhöhungen für 2010 an. Auch in Irland hatte eine Regierungskommission höhere Abgaben gefordert.

Verehrter Leser, wie Sie nun die Lippenbekenntnisse einiger Politiker bewerten möchten, die nach dem 27. September 2009 Steuersenkungen durchsetzen wollen, überlasse ich Ihrem Urteilsvermögen. (cs)

 

Aktuelle News

Rendite auf Girokonto noch möglich?
Aritkel vom 25. Mai 2017

Spare in der Zeit
Artikel vom 02. Mai 2017

Geld attraktiv anlegen trotz Nullzins
Artikel vom 10. März 2016

Archiv

Wir archivieren unsere Nachrichten für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr. [Archiv]