Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Autobanken

Autobanken erhöhen Zinsen
Artikel vom 15. Oktober 2008

Mit dem heutigen Tage haben die Autobanken die Zinsen für Tages- und Festgeld erhöht. So erhöhte die VW Bank den Zinssatz für das Tagesgeldkonto "Plus-Konto TopZins" auf 5,00 % ab dem ersten Euro. Zeitgleich erhöhte die Mercedes-Benz Bank den Zinssatz für das Tagesgeldkonto auf 4,30 % ab dem ersten Euro. Und die BMW Bank gab bekannt, dass die Festgeldzinsen nun bis zu 5,40 % p.a. betragen.


Die Hintergründe der Zinserhöhungen der Autobanken

Für den Sparer könnten die Zinserhöhungen eigentlich gute Neuigkeiten sein: Tages- und Festgeld sind ohnehin Anlagen, die als sicher und solide gelten. Wenn dann noch die Zinsen stimmen - was will man mehr? Nun, in Zeiten der Finanzkrise liegt die Antwort auf dem Tisch: Die Frage lautet, warum die Zinsen erhöht werden. Schliesslich hat die Europäische Zentralbank (EZB) hat ja erst jüngst eine Zinssenkung des Leitzinses beschlossen.

Die Ursache liegt zum Einen darin, dass Banken durch die Finanzkrise eine grundsätzliche Schwierigkeit haben, frische Mittel zu beschaffen: Eine Refinanzierung ist für die Banken teuer geworden. Zum Anderen schwächelt die Nachfrage nach Neuwagen. Eine Weitergabe der gestiegenen Refinanzierungskosten an die Kunden ist also nicht möglich.

Bislang haben Autobanken ihre Kredite am Kapitalmarkt verkauft ("Asset Backet Securities"). Dieses Finanzinstrument ist durch die Hypothekenkrise in den USA mehr als in Verruf geraten: Niemand kauft mehr Kreditpakete. Die einst günstige Finanzierungsquelle existiert nicht mehr.

In der Folge haben Autobanken nur noch eine Möglichkeit, die Engpässe an den Kapitalmärkten auszugleichen: Sie zapfen den Sparer an, in dem attraktive Tagesgeld- und Festgeldkonten angeboten werden.


Die Auswirkungen auf Tagesgeld und Festgeld

Sparer können sich über steigende Zinsen freuen: Mit dem heutigen Tage haben die Autobanken die Zinsen zeitgleich erhöht. Der Liquiditätsengpass der Autobanken wird nach unserer Einschätzung nicht so schnell behoben sein. Im Gegenteil: Experten gehen davon aus, dass Autobanken nicht nur zu Einsparungen gezwungen werden, sondern sich sogar teilweise zusammenschliessen müssen.

 

Die Sicherheit der Tages- und Festgeldanlagen bei Autobanken

Die deutschen Autobanken unterliegen der gesetzlichen Sicherung von bis zu EUR 20.000,00 pro Kunde. Zusätzlich sind die Autobanken Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. . Hierdurch werden deutlich höhere Beträge als die gesetzliche Sicherung abgesichert. Beispiel Volkswagen Bank: Auf der Homepage der VW Bank ist zu entnehmen, dass "Ihre Geldanlage in unserem Hause bis zu einer Höhe von 1,125 Milliarde Euro abgesichert (Stand: 09.07.08)" ist.


Fazit: Tagesgeld und Festgeld war lange nicht so attraktiv wie heute!

Sparer können sich über das hohe Zinsniveau freuen. Bei aller Freude sollte der Sicherheitsaspekt nicht vergessen werden: Zwar sind die Autobanken Mitglied im Bundesverband deutscher Banken e.V., doch ist diese Sicherungseinrichtung ein freiwilliger Fonds. Einen gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung haben Anleger nur bis zu EUR 20.000,00 pro Kunde. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte pro Institut nicht mehr als EUR 20.000,00 anlegen.

 

Mehr Informationen:

Tagesgeldkonto der Volkswagen Bank
Tagesgeldkonto der Mercedes-Benz Bank
Festgeldangebot der BMW Bank


 

 

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