Niedriges Zinsniveau und hohe Spareinlagen: Absatz gesucht!

Autobanken schwimmen im Geld
Artikel vom 25. August 2011

Das waren noch Zeiten: Vor gut 3 Jahren warben Autobanken mit Höchstzinsen auf Spareinlagen um Neukunden. Doch durch das jetzt niedrige Zinsniveau ist die Refinanzierung durch Spareinlagen für die Autobanken nicht mehr so wichtig wie damals. Ein Anziehen der Zinsen und steigende Nachfrage könnte das ändern. Die 64. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main wird zumindest für Letzteres sorgen.


von Christoph Schmit


Frankfurt am Main, 25. August 2011  Stellen Sie sich die folgende Werbung vor: "5,40 % für 1-Jahres Festgeld". Klingt wie ein Märchen? Falsch. Denn vor 3 Jahren warb mit diesen Konditionen die Mercedes-Benz Bank. Was heute unvorstellbar ist, war vor 3 Jahren bei Autobanken nicht ungewöhnlich. Damals waren die Refinanzierungskosten für Banken sehr hoch: Für Anleihen mussten rund 9 Prozent gezahlt werden. Da waren 5,40 % für einjährige Kundeneinlagen noch vergleichsweise günstig. Heute ist das Zinsniveau zwar allgemein niedrig, doch die Autobanken haben nach wie vor so viele Spareinlagen, dass sie gar nicht Autokredite und Absatzfinanzierungen in dem Maße herausgeben können, wie sie wollten. Das wird sich mit der 64. IAA in Frankfurt am Main ändern.

64. IAA in Frankfurt am Main: Hoffnung für mehr Absatz

Die 64. IAA in Frankfurt am Main wird in der Zeit vom 15. bis zum 25. September 2011 ihre Pforten geöffnet haben. Der 15. und 16. September steht den Fachbesuchern offen, ab dem 17. September beginnen die Publikumstage. Es handelt sich um die bedeutendste Auto-Messe. Im Mittelpunkt steht neben Stadtauto-Konzepten vor allem die Kompaktklasse. Premiumhersteller haben sich in diesem Segment bislang eher schwer getan. Mercedes-Benz stellt die neue B-Klasse und BMW die neue Generation der 1er Limousine vor, welche eine "Revolution" unter der Haube beherbergt: Der bislang verpönte Frontantrieb hält nun bei den Einstiegsmodellen Einzug. Wirklich beeindruckend und damit sicherlich absatzfördernd dürften aber vor allem die Entwicklungen im Segment der Stadtautos sein: VW wird den Kleinstwagen Up! in Serienform präsentieren (zuvor nur Konzept). Im Sportwagensegment wird Porsche den neuen 911 zeigen. Auch hier gilt das in der heutigen Zeit beliebte Motto: Weniger Verbrauch bei gestiegener Leistung. In der SUV-Klasse stellt Mercedes-Benz den neuen ML (dritte Generation) vor. Erstmals wird auf den europäischen Markt ein Hybridantrieb angeboten.

Absatz im Inland entscheidend

Die Automobilbranche meldet seit einigen Monaten gute Absatzzahlen. Bei genauerem Betrachten der Zahlen fällt auf: Vor allem der Export und die Nachfrage aus China sind es, die den Premiumherstellern volle Auftragsbücher bescheren. Den deutschen Autobanken, die auf den Einlagen der Sparer sitzen und gerne mehr Kredite vergeben möchten, hilft der gute Export daher wenig. Es bleibt zu hoffen, dass die 64. IAA mit ihren Premieren für steigende Inlandsnachfrage und damit für steigenden Absatz von Autokrediten sorgt - und vielleicht werden Sparer bald wieder ihr Geld für 5,40 % Zinsen p.a. anlegen können. Bei einer Autobank, versteht sich. 

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