BaFin verhängt Moratorium über noa bank

Aus für noa bank
Artikel vom 18. August 2010

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am heutigen Tag gegenüber der noa bank GmbH & Co. KG ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot erlassen. Darüber hinaus wurde von der BaFin angeordnet, die Bank für den Kundenverkehr zu schließen. Dem Institut ist es untersagt worden, Zahlungen entgegenzunehmen, die nicht zur Tilgung von Schulden ihm gegenüber bestimmt sind ("Moratorium").

Die noa bank startete mit einem eigentlich interessantem Konzept: Die noa bank pflegte ein im Vergleich zu herkömmlichen Bankenlandschaft alternatives Image. Die Kunden sollten bestimmen, wohin ihr Erspartes fließt - ob in Mittelstandskredite, Umweltprojekte oder sogar Kultur und Gesundheit. Die Bank startete dann auch tatsächlich mit großem Erfolg. Dieser Erfolg war aber weniger dem alternativen Konzept als vielmehr den hohen Zinsen geschuldet, die die Bank im Vergleich zur Konkurrenz bot. Die Folge: Innerhalb kürzester Zeit sammelten sich bei der Bank Kundeneinlagen von rund 300 Millionen Euro an. Das Problem: Wie kann man die Zinsen erwirtschaften, mit denen die Bank die Kunden lockte?


Größter Kreditnehmer war eine eigene Gesellschaft

Der Gründer der noa bank, François Jozic, war auch Gründer eines anderen Unternehmens: Die Factoring-Firma Quorum, die im späteren Verlauf ihrer Existenz mit der noa bank verschmolzen wurde. Die Idee: Um Factoring zu betreiben, benötigt ein Factoring Unternehmen vor allem Liquidität - denn zwischen dem Forderungseinkauf und der Forderungsbeitreibung vergeht nun mal unausweichlich Zeit. Die Factoring Firma brauchte Geld, die noa bank hatte Geld. Was lag also näher, als an die eigene Factoring Firma Kredite zu vergeben? Prinzipiell ist die Idee nicht neu: Ein ähnliches Konzept realisiert z.B. der Mittelstandsfinanzierer GE Capital mit seiner eigenen Bank (wir berichteten im Artikel vom 03. August 2010: "Tagesgeldangebot der GE Capital als Refinanzierungsinstrument"). Das Konzept ist also grundsätzlich nicht verkehrt.

 

Insolvenzantrag der noa factoring GmbH ausschlaggebend

Die noa factoring AG stellte Insolvenzantrag beim Amtsgericht Düsseldorf. Nun muss man wissen, dass die noa factoring AG der größte Gläubiger der noa bank ist: Rund 26 Millionen Euro schuldete die noa factoring AG der noa bank. Bei einer Bilanzsumme der Bank zum 17. August von rund 179,2 Mio Euro und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von rund 172,1 Mio Euro ist klar, was ein Ausfall von Forderungen von 26 Millionen Euro zur Folge hätte: Die Eigenkapitalanforderungen konnten nicht mehr erfüllt werden. Die BaFin wurde deswegen aktiv und untersagte das Kredit- und Spareinlagengeschäft.


Kundengelder sind abgesichert bis 50.000 EUR

Die Einlagen der Kunden der noa bank GmbH & Co. KG sind im Rahmen des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes geschützt. Das Institut gehört der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) an. Wenn die BaFin den Entschädigungsfall festgestellt hat, liegen die gesetzlichen Voraussetzungen dafür vor, dass die Entschädigungseinrichtung die Einleger entschädigen kann. Die EdB hat die Gläubiger des Instituts dann unverzüglich darüber zu unterrichten. Der gesetzliche Entschädigungsanspruch jedes berechtigten Bankkunden ist pro Einleger begrenzt auf den Gegenwert von 50.000 Euro. Allerdings kann es einige Wochen dauern, bis die BaFin den Entschädigungsfall festgestellt hat und die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken alle Gelder zurückgezahlt hat. (cs)

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